Das große Finale der Fine Food Days Cologne 2026

Ein Abend voller kulinarischer Köstlichkeiten machte das letzte Event der siebten Fine Food Days Cologne noch einmal zu einem Höhepunkt des diesjährigen Gourmet-Festivals. Mehr als 250 Gäste in der strahlenden Flora genossen Fingerfood und ein Sechs-Gang-Menü von Spitzenköchinnen und -köchen wie die alle mit einem Stern ausgezeichneten Julia Komp, Marlon Rademacher, Maximilian Lorenz und Mirko Gaul. Den Abend moderierte die renommierte TV-Moderatorin Bettina Böttinger, die souverän und sehr unterhaltsam durch den Abend führte.
Franz Gruber, Vorstand des Vereins Fine Food Days Cologne, blickte zur Begrüßung kurz auf das Festival zurück: „In den vergangenen 14 Tagen haben unsere 19 Mitglieder wieder mehr als 30 einmalige und spannende Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Viele davon ausverkauft“, zog er eine erfolgreiche Bilanz.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester lobte in seiner kurzen Begrüßung „die lebendige, vielfältige Gastroszene auf hohem Niveau“ und machte aus der Zeile des Kasalla-Songs „Stadt mit K“ kurzerhand „Stadt mit G: Köln steht für Genuss, Geselligkeit – die Gastronomie ist ein Standortfaktor.“ Um dann die Frage zu beantworten, was Politiker von Köchinnen und Köchen lernen können: „Manche in der Politik verwechseln bürokratische Antworten mit wirkungsvollen Antworten. Aber um im Beispiel zu bleiben: Ein Rezept ist ja auch noch kein Gericht. Den Fokus auf das Ergebnis – den können wir uns bei Ihnen abschauen.“
Ein Teil der Fine-Food-Days-Köchinnen und Köche eröffnete den Abend mit abwechslungsreichem Fingerfood. So genossen die Gäste beispielsweise „Kartoffelnest, Topfen, Minze“ (Denis Steindorfer, Gruber’s Restaurant), „Bergisches Vitello Forello“ (Markus Schnitzler, Zoo-Gastronomie) oder „Gedämpfter Kabeljau, Safran-Emulsion, Warmer Linsen-Kräuter-Salat, Karamellisierter Fenchel“ (Luis Dias).
Das Menü trumpfte untere anderem mit folgenden Köstlichkeiten auf: Als Amuse bouche „Tartelette von der Gelbflossenmakrele, Amalfizitrone, Meerrettich“ (La Cuisine Rademacher), danach folgten unter anderem „Marinierte Sylter Meeräsche, Hagebutte, eingelegter heimischer Fenchel, Quinoa“ (Sönke Höltgen, KölnSky), und „Blumenkohl, Beluga Amur by Voyage Caviar, braune Butter, Zitrusfrüchte“ (Joschua Tepner, The Dutch). Das Dessert kam vom Sahila (Julia Komp): „Honigtomate, Mandel, Ivoire“.

Fine Food Days Awards 2026 vergeben
Zwischen den Gängen wurden die Fine Food Days Awards in den verschiedenen Kategorien vergeben. Für die verschiedenen Jurys konnten wieder eine ganze Reihe an Experten gewonnen werden: Allen voran der langjährige Drei-Sterne-Koch Dieter Müller, die Foodbloggerin Laura Herrmann (Köln-isst-gut), Julia Hövelkamp (KölnTourismus) und Gastrokritiker Carsten Henn.
Auf eine Auszeichnung verzichteten die Fine Food Days Cologne in diesem Jahr. Es wurde kein „Newcomer des Jahres“ gekürt. Denn neues Mitglied ist 2026 Nelson Müller (Schote/Müller’s in der Mühle). Den weithin bekannten und beliebten Fernseh- und Sternekoch kann man aber nun wirklich nicht mehr als Newcomer bezeichnen – auch wenn er seine Diepeschrather Mühle an der Kölner Stadtgrenze vor knapp eineinhalb Jahren eröffnet hat.


Die ersten Auszeichnungen des Abends gingen an den gastronomischen Nachwuchs. Awards als „Auszubildende des Jahres“ erhielten:

Koch/Köchin: Henrik Oliver Jessen – Restaurant „Zur Post“, Odenthal
Restaurantfach: Julius Richmann – „Gut Lärchenhof“, Pulheim
Hotelfach: Anna Bonita Untch – Excelsior Hotel Ernst, Köln

„Ohne qualifizierten Nachwuchs kann kein Betrieb überleben“, wies Laudator und Vorstandsmitglied der Fine Food Days Cologne, Jürgen Blank, auf die Bedeutung der Ausbildung hin. Dass eine Preisträgerin aus seinem Betrieb stammt, freute den stellvertretenden Direktor des Excelsior Hotel Ernst und Vorstand der Fine Food Days Cologne, natürlich besonders.
Beim Award für das „Event des Jahres“ kam es in der Jury zu einem Stimmenpatt – und zur salomonischen Entscheidung, dass es 2026 gleich zwei Preisträger gibt: Marlon Rademacher (La Cuisine Rademacher), der – gemeinsam mit Kochlegende Dieter Müller und Ernst Vleer, Vorsitzender des Colonia Kochkunstvereins – nicht nur für einen herausragenden Fine-Dining-Erlebnis sorgte, sondern auch an einen ganz besonderen Ort lud: Der Aperitif mit Austern wurde im Vierungsturm des Kölner Doms gereicht, gegessen wurde später in der Dombauhütte. Ebenfalls Preisträger wurde Kirberg Catering. Jutta Kirberg und Culinary Director Volker Beuchert luden ebenfalls an einen Ort, an den Normalsterbliche nicht so ohne weiteres gelangen. Sie begeisterten ihre Gäste in den Hallen von Lebensmittelgroßhändler Möller’s, der Partner von vielen Fine-Dining-Restaurants ist: Ein Menü im „Bauch von Köln“. Die Foodbloggerin und Laudatorin Laura Herrmann („Laura-isst-gut“) lobte, dass beiden Veranstaltungen etwas ganz Besonderes innewohnte: „Magische Anziehungskraft.“
Die Auszeichnung für den „Koch/Köchin des Jahres“ wählen die Gäste der Eröffnungsveranstaltung des Festivals und die Jury (Carsten Henn, Dieter Müller) gemeinsam. Und der neue Preisträger ist – der alte: Mirko Gaul (Restaurant Taku im Excelsior Hotel Ernst) konnte sich am Ende knapp durchsetzen. Und bedankte sich für die Wahl und war sichtlich überrascht: „Damit habe ich nicht gerechnet.“
Die Verleihung des „Award für das Lebenswerk“ war ein besonderer, emotionaler Moment des Finales. Die Fine Food Days Cologne zeichneten posthum den Gründer des Festivals, Michael Stern, aus. Der Geschäftsführer der Eventgastronomie KölnSky war im Mai dieses Jahres nach schwerer Krankheit gestorben. „Michael Stern war ein Gastronom mit Weitsicht. Er verfügte über ein besonderes Sensorium für die Umstände, Trends und Kundenwünsche, die die gastronomische Wirtschaft herausforderten und veränderten. Mit der Gründung unseres Vereins ermöglichte Michael Stern regionalen Spitzen-Restaurants, sich gemeinsam in der Öffentlichkeit zu vermarkten und so davon zu überzeugen, dass Köln auch in gastronomischer Sicht den Vergleich mit Top-Metropolen nicht scheuen muss“, sagte Franz Gruber. Den Award nahm die Witwe Nicole Stern entgegen, die von ihren Kindern Johannes und Elisabeth auf die Bühne begleitet wurde. Die Gäste honorierten Michael Sterns Lebensleistung mit stehenden Ovationen.

Bilanz Fine Food Days Cologne 2026
Die Fine Food Days Cologne haben sich als Verein das Ziel gesetzt, Kölns gastronomische Exzellenz über die Grenzen der Region hinaus bekannter zu machen. Kernprojekt ist das gleichnamige Festival, das immer im Spätsommer terminiert wird und dessen Events ein einzigartiges, ausgefallenes Angebot darstellen. So gab es in diesem Jahr ein Blind Taste: Die Gäste buchten eine Veranstaltung, bei der sie weder wussten, wer kocht, noch wo sie stattfindet. Rheinländer lieben die Überraschung: Der Abend war schnell ausverkauft.
Das Restaurant „The Dutch“ lud zu einer Küchenparty auf das KD-Schiff MS RheinDiamond, das Wasserturm Hotel Cologne bot „Ice Elevated“ – sieben Gänge, die ausschließlich aus verschiedenen Eisvarianten bestanden. Im Grandhotel Schloss Bensberg lautete das Motto „Lass das Salz weg, nimm Caviar“ und die Wolkenburg veranstaltete zum 150-jährigen Bestehen des Kölner Stadt-Anzeiger „Köln singt und geniesst“: Ein Mitsingabend mit der kölschen Gruppe „De Kallendresser“, begleitet von einem feinen Drei-Gang-Menü.
Mehr als 2000 Gäste haben die mehr als 30 Veranstaltungen der Fine Food Days Cologne 2026 besucht. Das Festival ist fester Bestandteil des gastronomischen Jahreskalender Kölns und der Region. Die Festivaltermine für 2027 werden in Kürze über Webseite und Newsletter der Fine Food Days Cologne bekannt gegeben.

 

Fotocredit: Rüsing Fotografie